Hunderttausenden VW-Fahrern drohen wegen frisierter CO2-Angaben möglicherweise Nachzahlungen bei der Kfz-Steuer. Nun sichert Konzernchef Müller in einem Brief zu, die Kosten zu übernehmen.

VW - EA 189 - AbgasskandalHunderttausende VW-Fahrer haben zumindest eine Sorge weniger: Volkswagen will für seine Kunden mögliche Nachzahlungen bei der Kfz-Steuer wegen falscher CO2-Angaben bezahlen. Das schrieb VW-Konzernchef Matthias Müller am Freitag in einem Brief an die 28 Finanzminister der Europäischen Union.

Müller bittet die Finanzminister in dem Brief darum, dem Konzern mögliche Steuernachzahlungen direkt in Rechnung zu stellen und das „nötigenfalls durch entsprechende rechtliche oder administrative Vorkehrungen sicherzustellen“.

Vom CO2-Ausstoß hängt bei Pkw mit Erstzulassung ab 1. Juli 2009 die Höhe der Kfz-Steuer ab. Das eigentliche Problem ist damit aber noch nicht gelöst: Rund 800 000 VW-Fahrzeuge stoßen mehr Kohlendioxid (CO2) aus und verbrauchen damit mehr Sprit als angegeben. VW hatte Anfang der Woche mitgeteilt, bei rund 800 000 Fahrzeugen im Konzern sei der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) und damit der Spritverbrauch zu niedrig angegeben worden. In Deutschland betrifft dies 200 000 Autos. Damit hatte sich der Skandal ausgeweitet.

Ursachen ungewiss

Die falschen CO2-Angaben sind entweder über Manipulationen im Messvorgang auf dem Prüfstand selber oder über manipulierte Testwagen zustande gekommen, wie ein Konzernsprecher am Freitag sagte. Damit aktualisierte der Sprecher anfängliche Angaben, wonach offenbar bloß auf dem Papier zu niedrige CO2-Werte angegeben wurden. Wer für die falschen Angaben verantwortlich ist, ist aber nach wie vor ungewiss.

Fahrzeuge wurden auch extern getestet

Bevor das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg neue Automodelle zulässt, werden verschiedene Gutachten etwa zu den Abgaswerten erstellt. Sogenannte Technische Dienste wie der TÜV erledigen die Messungen entweder auf den eigenen Prüfständen oder direkt beim Hersteller. „Nicht alle betroffenen Modelle wurden auf dem Firmengelände in Wolfsburg getestet“, sagte ein Sprecher. Einige Modelle seien auch extern überprüft worden.

TÜV weist Schuld von sich

Unterdessen hat der TÜV angegeben, keine Schuld an den frisierten Werten der VW-Fahrzeuge zu tragen. Der TÜV Nord, der große Teile der zertifizierten Tests für VW-Modelle begleitet, teilte am Freitag mit, man betreue „Typprüfungen ausschließlich gemäß den gesetzlichen Vorschriften“. „Wir haben die Meldungen aus dem VW-Konzern selbstverständlich zum Anlass genommen, unsere Prozesse zu untersuchen. Dabei sind auf unserer Seite keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden“, so ein Sprecher des Prüfkonzerns.


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